An der Biegung des Flusses

In Form einer Niere schmiegt sich Iquitos, das die Hauptstadt des Amazonas genannt wird, ans linke Flussufer des breiten Stroms. Hier steht auch die Gedenktafel, die den Amazonas als eines der sieben Naturwunder der Welt deklariert. Iquitos, eine ehemalige Jesuitenmission, ist die Hauptstadt der Region Loreto und liegt in der Provinz Maynas. Mit ihren über 457.000 Einwohnern steht sie landesweit an sechster Stelle, doch ist sie die größte Stadt im tropischen Regenwald der peruanischen Anden und somit auch die abgelegenste und zugleich auch nördlichste Stadt Perus. Sie können Iquitos aber gut mit dem Boot oder dem Flugzeug erreichen. Auf dem internationalen Flughafen Coronel FAP Francisco Secada Vignetta, im Stadtteil San Juan Bautista, landen jährlich tausende Touristen.



Der Flughafen ist auch Ausgangspunkt für einen Ausflug nach Pacaya-Samiria. Viele Naturliebhaber und Abenteurer lassen sich von Lima einfliegen, um die einzigartigen Wälder des Regenwaldes zu besichtigen. Das Naturschutzgebiet Pacaya-Samiria ist das größte in Peru und das viertgrößte Naturschutzgebiet Südamerikas. Über 847 Pflanzensorten wurden hier bisher bestimmt. Ebenfalls artenreich ist die Fauna des Gebiets, in dem 832 unterschiedliche Tierarten gezählt werden konnten. Davon allein 330 Vogelarten und über 150 seltene Reptilien und Amphibien. Begünstigt wird die üppige Vegetation durch die beständig hohe Luftfeuchtigkeit. Die Temperaturen liegen das ganze Jahr über zwischen 26 und 31 Grad, die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit liegt bei 80,2 Prozent. Obwohl es das ganze Jahr über sonnig ist, können Sie im August und September mit der höchsten Anzahl an Sonnenstunden rechnen. Die nützt man nicht nur für Touren in die beeindruckende Umgebung, sondern auch zur entspannten Stadtbesichtigung.




Die Architektur des Regenwaldes

Ihr besonderes Flair bezieht die Stadt aus ihrer kulturellen Vielfalt und dem faszinierenden Nebeneinander von üppiger Natur und dicht bewohnten Bezirken. Während des Kautschukbooms zwischen 1870 und 1910 haben sich Arbeits- und Glücksuchende aus aller Welt hier niedergelassen und sich ein neues Leben aufgebaut. Die Spuren dieses vergangenen wirtschaftlichen Aufschwungs finden Sie noch überall in der entlegenen Stadt am Amazonas.

An der Plaza de Armas können Sie das Eisenhaus „Casa de Hierro“ bewundern, das immerhin von Gustave Eiffel entworfen wurde. Das ausschließlich aus Metall gebaute Gebäude wird von der eindrucksvollen Stadtkirche, der Iglesia Matriz de Iquitos, im gotischen Stil kontrastiert. Die Kirchenuhr kommt übrigens aus der Schweiz. Europäische Einflüsse finden sich auch in den alten Villen, die im Stil des Barock und Rokoko erbaut wurden und der Verwendung von bunten Keramikfliesen, den für Portugal typischen Azulejos. Marokkanische Juden haben in Iquitos eine Synagoge erbaut, doch viele der jüdischen Einwanderer und ihre Nachkommen sind später nach Israel ausgewandert. Den jüdischen Friedhof gibt es noch. Heute bemüht man sich wieder aktiv um eine Belebung der jüdischen Gemeinde. Architektonisch interessant ist auch Belém, das am Ufer des Amazonas gelegene Armenviertel von Iquitos. Die auf Stelzen gebauten Hütten, die „schwimmenden Häuser“, ziehen das ganze Jahr über viele Touristen an.



Dancing in the Streets

Auffällig ist auch der Mangel an Autos und Mofas. Von Bussen und gelben Mototaxis ausgenommen, ist die Straße relativ unbefahren und lässt Platz für Spaziergänge oder nächtliche Tanzschritte. Wenn Sie sich von der südamerikanischen Lebensfreude angezogen fühlen, werden Sie in Iquitos zahlreiche Möglichkeiten finden, sich von ihr mitreißen zu lassen. Das schillernde Nachtleben mit Musik und kulinarischen Köstlichkeiten spielt sich überall in den Straßen der Stadt ab und das ganze Jahr über finden Veranstaltungen statt. Zeitgenössische Musik wie
Hip-Hop, Rap und Punk besteht neben Jazz und der traditionellen Musik der Ureinwohner. Ihre gegenseitige Beeinflussung ist durchaus erwünscht. Kulturelle Bewegungen streben danach, die Traditionen der Ureinwohner und der spanischen Zuwanderer zu bewahren, aber auch mit modernen Einflüssen zu verbinden.

Daneben geht auch die Strömung der Amazonian Pop Art von Iquitos aus. Diese spezielle Graffitikunst nahm hier gegen 1990 ihren Ausgang. Doch Iquitos verewigt sich nicht nur selbst, sondern wurde auch durch Literatur und Film international bekannt gemacht. So wurde „Fitzcarraldo“ von Werner Herzog hier gedreht und Maria Vargas Llosa hat die Stadt in seinem Roman „Das grüne Haus“ gewürdigt.

Komfort im Dschungelparadies

Der Lebensstandard in Iquitos gehört zu den höchsten in Peru. Die Hotels der Stadt sind traumhaft schön und für europäische Verhältnisse preiswert. Ihre Ausstattung spiegelt die Nähe zur Natur, aber auch die südamerikanische Gastfreundschaft und Lebensfreude wider. Damit Sie Ihre Entdeckungsreisen in Iquitos und seiner reizvollen Umgebung uneingeschränkt genießen können, sollten Sie sich eine der geführten Touren gönnen, die hier auch in Englisch angeboten werden.